
Fachkräfte stärken in schwierigen Zeiten
Donnerstag, 08.10.2026, 09:30 Uhr bis 14:30 Uhr
Ort: wird mit der Anmeldebestätigung genannt, er ist in Treptow-Köpenick 😉 und barrierefrei
Anmeldung unter: zfd-anmeldung@offensiv91.de
Wir laden euch herzlich zur Demokratiekonferenz der Partnerschaften für Demokratie im Bezirk am 08.10.2026 ein!
Ein Schwerpunkt der Partnerschaften für Demokratie liegt in der Stärkung von Fachkräften und der Zivilgesellschaft in den Einrichtungen des Bezirks. Im Fokus stehen dabei aktuelle Herausforderungen wie rechte Angriffe auf Projekte und Fachkräfte, Verunsicherungen sowie praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten und Gegenstrategien.
Der Fachtag widmet sich folgenden Fragestellungen:
- Wie können wir uns wirksam gegen Rechtsextremismus engagieren?
- Wie setzen wir Sicherheitskonzepte für öffentliche Veranstaltungen um?
- Wie stärken wir unsere Argumentationsfähigkeit für demokratische Werte?
- Wie bleiben Fachkräfte resilient in herausfordernden Zeiten?
- Welche Handlungsmöglichkeiten und Strategien gibt es für die Praxis?
Die Veranstaltung beginnt mit einem Input von Christin Jänicke zu Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus. Anschließend finden vier praxisorientierte Workshops statt, die sich mit den Grundlagen für Handlungsmöglichkeiten und die Stärkung von Fachkräften beschäftigen. Ziel ist es, den Teilnehmenden einen kleinen „Koffer“ mit Werkzeugen für Resilienz und Stärkung mitzugeben. Gleichzeitig werden Vernetzung und Austausch zwischen den Teilnehmenden gezielt gefördert bei einer langen Mittagspause mit einem regionalen Buffet.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte und Interessierte im Bezirk.
Ablauf:
09:30 Uhr Ankommen und in Workshops eintragen „First-come-First-get“
10:00 Uhr Input „Wirksam gegen Rechtsaußen. Handlungsstrategien der Zivilgesellschaft“ (Christin Jänicke)
„Welche Strategien wirken gegen Rechtsextremismus? Wie können Sie in Ihrer Organisation Position beziehen? Und was können Sie von anderen Feldern lernen?
Im Forschungsprojekt „Wirksam gegen Rechtsaußen“ am Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung (WZB/FU Berlin) wurden Praxishandreichungen zivilgesellschaftlicher Organisationen und wissenschaftliche Studien systematisch ausgewertet.
Christin Jänicke, Sozialwissenschaftlerin und Co-Leiterin des Projekts, stellt die fünf Hauptstrategien vor, die sich über alle zivilgesellschaftlichen Felder bewährt haben: von Bildung über Netzwerkarbeit bis zu organisationalen Maßnahmen. Welche Rolle spielen Positionierung und Ausschlussklauseln? Warum ist Neutralität keine Option? Und wie können Organisationen voneinander lernen?“
10:45 Uhr Pause
11:00 Uhr Workshops
Workshop 1: Wirksam gegen Rechtsaußen. Handlungsstrategien der Zivilgesellschaft“ (Christin Jänicke)
Der Workshop ist eine Vertiefung des Inputs, welcher Raum für Austausch und Ihre Fragen bietet. Ziel ist es, Mut zu machen und zivilgesellschaftliches Wissen mit akademischer Forschung zu verbinden. Es richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche aus Vereinen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich mit Rechtsextremismus auseinandersetzen.
Workshop 2: Sicherheitskonzepte bei öffentlichen Veranstaltungen (MBR Berlin)
Ob Podium, Kundgebung, Konzert oder Straßenfest: Öffentliche Veranstaltungen sind wichtiger Teil demokratischen Engagements. Doch rechtsextreme Störungen und Einschüchterungsversuche nehmen zu.
Wie können sich Vereine, Initiativen und Bündnisse darauf vorbereiten? Wir sprechen über Risikoanalysen, Notfallpläne und konkrete Handlungsmöglichkeiten und geben Raum für moderierten Austausch.
Workshop 3: Das ARGUTRAINING # WieDER_Sprechen für Demokratie (Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)
Ziel ist es, in den Erfahrungsaustausch zu gehen und Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen. Es werden Kommunikationsstrategien aufgezeigt, die helfen, den eigenen Standpunkt zu verdeutlichen, Grenzen zu begründen, Wertekonflikte aufzuzeigen, mit dem Gegenüber ins Gespräch zu kommen und Betroffene zu stärken. Orientiert an einem wertschätzenden Umgang und den Ansätzen der gewaltfreien Kommunikation werden in diesem Training ganz praktische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.
Workshop 4: Resilienz für Fachkräfte (Jule Jüngling)
Fachkräfte stehen in diesen Zeiten von Sparmaßnahmen und schwierigen politischen Verhältnissen unter besonderen Druck, weiterhin für demokratische Werte und solidarisches Miteinander einzustehen und zugleich pragmatisch mit den derzeitigen Gegebenheiten umzugehen.
Wie bleibt man dabei in der eigenen Kraft und bei sich selbst? Wo sind die Grenzen des eigenen Einflusses? Wo müssen wir Grenzen ziehen, wenn wir auch für uns selbst bei all dem gut sorgen, gesund und auch in Freude bleiben wollen? Und wie funktioniert das eigentlich?
12:30 Uhr: Mittagspause mit Buffet
13:30 Uhr: Auswertung der Workshop Ergebnisse und Austausch, Feedback
14:30 Uhr: Abschluss
Als letztes noch zwei Hinweise: Die Veranstaltung findet in Deutscher Lautsprache statt und folgend unsere Ausschlusklausel sowie Code of Conduct, womit wir für alle Teilnehmenden eine sichere Arbeitsatmosphäre schaffen wollen..
Ausschlussklausel: Die Veranstalter*innen behalten sich vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, rechtspopulistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind bzw. solche verbreitet haben, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Des Weiteren behalten sich die Veranstalter*innen vor, Personen die sich rassistisch, nationalistisch, antisemitisch, rechtspopulistisch oder in sonstiger Weise menschenverachtend äußern und / oder die Veranstaltung in genannter Weise (wiederholt) stören, von dieser auszuschließen.
Code of Conduct
Der Fachtag ist ein Lernraum. Um eine respektvolle, produktive und angenehme Atmosphäre für alle Teilnehmenden zu gewährleisten, gelten die folgenden Richtlinien:
1. Respektvoller Umgang miteinander
- ausreden lassen und zuhören
- andere Perspektiven und Erfahrungen anerkennen
- Konflikte lösungsorientiert angehen
- Fehlerfreundlichkeit: Fehler können passieren, eine Bereitschaft zur Einsicht und Reflexion sollte bestehen
2. Sicherere Sprache – sicherere Räume
Wir wünschen uns eine Sprache ohne Diskriminierung. Dazu gehört, dass rassistische, antisemitische, sexistische, queerfeindliche oder andere menschenfeindliche Formulierungen nicht genutzt werden – auch nicht „beispielhaft“ oder „zitiert“,
ohne dass dies klar eingeordnet wird. Auch historische Begriffe oder Codes (z. B. aus rechtsextremen Kontexten) sollten nur dann vorkommen, wenn sie im Rahmen einer Analyse erklärt und kritisch eingeordnet werden.
- Kontextualisierung extremistischer Inhalte
Wenn Inhalte aus extrem rechten oder radikalisierten Milieus thematisiert werden, wünschen wir uns eine klare Einbettung und Erklärung, damit keine unkommentierte Reproduktion entsteht.
- Keine Provokation um der Provokation willen
Wir möchten bewusst auf Reizworte, Schockelemente oder Zuspitzungen verzichten, die nur Effekte erzeugen, aber keine inhaltliche Klärung bringen.
- Schutz vor sensiblen Inhalten und Öffentlich-Machen von Betroffenheit
Wir möchten vor sensiblen Inhalten (z. B. Gewaltbeschreibungen, Täterpropaganda) mit Triggerwarnungen arbeiten. Zudem soll niemand das Gefühl haben, persönliche Betroffenheit öffentlich machen zu müssen. Unabgesprochene „Wir“-Formmulierungen, die von einer einheitlichen Gruppe ausgehen (z. B. „Wir Deutschen…“), möchten wir vermeiden.
3. Grenzen
Zum Schutz der Teilnehmenden dulden wir nicht:
- Äußerungen und Handlungen, die Menschen aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale abwerten, ausgrenzen oder ihre Würde infrage stellen
- Aufrufe zu Gewalt, deren Billigung oder Rechtfertigung
- Beleidigungen, Belästigungen, Bedrohungen oder andere Formen unangemessenen Verhaltens.
- Bild- und Tonaufnahmen seitens der Teilnehmenden sind untersagt.