mail button

donate button

fb button

twitter button

PM: Neonazistische Gewalt in Schöneweide nimmt wieder zu

In den letzten Wochen häufen sich neonazistische Vorfälle und Angriffe in Schöneweide. Das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick und engagierte Anwohner_innen stehen im Fokus.

Seit einiger Zeit nehmen rassistische und neonazistische Übergriffe in Schöneweide wieder zu. Das Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle in Treptow-Köpenick stellt im August zunehmende Aktivitäten im Bezirk fest. Betroffen sind insbesondere das Zentrum für Demokratie (ZfD) am Bahnhof Schöneweide sowie Anwohner_innen in Niederschöneweide.

Während mehrere Mitarbeiter_innen des ZfD am 16. August zur Mittagszeit im Zentrum arbeiteten, schlug ein Mann mehrere Nägel in das Rollladenschloss und beschädigte damit dabei die Schließanlage. Vergangene Bedrohungen durch Neonazis hatten diese Sicherheitsmaßnahme notwendig gemacht. In der Woche zuvor bedrohte ein Mann mehrere Teilnehmer_innen eines antifaschistischen Putzspaziergangs unter Androhung von Gewalt. Der Putzspaziergang zur
Entfernung neonazistischer Propaganda war auf Initiative einer Anwohnerin vom Bündnis für Demokratie und Toleranz organisiert worden.

Diese Ereignisse werden flankiert durch Bedrohungen in den sozialen Medien. So veröffentlichte die rassistische Facebook-Seite „Nein zum Heim in Köpenick“ ein Porträtfoto einer Zentrums-Mitarbeiterin, woraufhin Unterstützer der Seite in den Kommentaren zahlreiche Gewalt- und Vergewaltigungsfantasien posteten.

Politisch begleitet wurde dieser Prozess durch eine Vielzahl von Anfragen in der Bezirksveordnetenversammlung (BVV) und dem Abgeordnetenhaus. (AGH). Diese diffamieren die Arbeit des ZfDs und stellen zivilgesellschaftliches Engagement unter Generalverdacht: In der BVV-Sitzung vom 17.05.2018 sprach der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Denis Henkel unter anderem in Bezug auf das Zentrum für Demokratie davon, „den Sumpf trocken [zu] legen.“

„Wir, das Bündnis für Demokratie und Toleranz, werden es nicht zulassen, dass hier im Bezirk eine Atmosphäre von Angst und Gewalt durch Rechtspopulist_innen und Neonazis erzeugt wird. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, klare Kante gegen Menschenhass und die Vereinnahmung des öffentlichen Raumes durch Rassist_innen zu zeigen. Wir als zivilgesellschaftliches Bündnis stellen uns ganz klar hinter die Mitarbeiter_innen des Zentrums für Demokratie und ihre wichtige Arbeit im Bezirk. Wir stehen für ein demokratisches, solidarisches und respektvolles Miteinander hier in Treptow-Köpenick!“, betont der Sprecher des Bündnisses, Lars Düsterhöft, in einer Stellungnahme.


Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick (Lars Düsterhöft und Karin Kant)

Berlin, 11.9.2018

Mehr Informationen finden Sie unter:
www.demokratie-tk.de

Kontakt:
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
c/o offensiv'91 e.V.
Telefon: 030 - 654 87 293
Hasselwerderstr. 38-40
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
12439 Berlin

Die Pressemitteilung findet ihr hier.

Mahnwache wegen zweifachem Mordversuch

Heute Abend 18 Uhr findet eine Mahnwache gegen Obdachlosenfeindlichkeit und Ausgrenzung am S-Bahnhof Schöneweide statt.

23.07.2018

In der Nacht von Sonntag auf Montag ereignete sich im Ortsteil Niederschöneweide ein Mordversuch an zwei Obdachlosen. Die schlafenden Männer wurden mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Anlässlich dieser menschenverachtenden Tat wird heute Abend 18 Uhr eine Mahnwache abgehalten. Alle Menschen, die ein Zeichen gegen Hass und Unmenschlichkeit setzen wollen, sind eingeladen sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und vor Ort ein Zeichen zu setzen.

 

Den Link zur Pressemitteilung finden Sie hier!

PM: Extrem rechte Vorfälle in Treptow-Köpenick steigen an

Das Register zur Erfassung diskriminierender und extrem rechter Vorfälle in Treptow-Köpenick meldet einen starken Anstieg in der ersten Jahreshälfte.

Dies zeigt sich vor allem im Vergleich mit dem Vorjahr. Waren es 2017 im selben Zeitraum noch 206 Vorfälle, so sind es bereits 2018 über 260 (+27%). Dieser Anstieg lässt sich vor allem auf die Bereiche Propaganda (+30%) und Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (+181%) zurückführen. Insbesondere Übergriffe (Angriffe und Beleidigungen/Bedrohungen/Pöbeleien) stiegen an, vor allem auf politische Gegner_innen und auf von Rassismus betroffene Menschen. Sie waren in 24 Fällen rassistisch motiviert (+41%) und richteten sich in 12 Fällen gegen politische Gegner_innen (+100%). Als Schwerpunktorte der Gewalt lassen sich Niederschöneweide mit 13 Vorfällen, Oberschöneweide mit 7 Vorfällen, sowie Adlershof und Köpenick Mitte mit jeweils 6 Vorfällen ausmachen.

Der August war der Monat mit den meisten erfassten Vorfällen. Hier wurden auch die meisten Übergriffe (8) gemeldet. Insgesamt 21 Vorfälle (45%) im August ereigneten sich in Niederschöneweide, was vor allem auch in diesem Ortsteil eine massive Steigerung (Monatsdurchschnitt: 9) ausmacht. Sie setzten sich aus Propaganda (15), Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (5) und Sachbeschädigung (1) zusammen. Hierzu zwei Fallbeispiele:

Sachbeschädigung (16.08.2018)
Gegen Mittag hörte eine Mitarbeiterin des Zentrums für Demokratie ein kratzendes Geräusch an der Eingangstür. Als das Geräusch weiter anhielt, näherte sie sich der Tür und sah einen Mann mit einem Schraubenzieher an der Tür werkeln. Als sie daraufhin die Tür öffnete, hatte sich der Mann schon ein paar Schritte entfernt und reagierte auf ihre Ansprache nicht. Wenig später entfernte er sich über den S-Bahnhof Schöneweide. Am Abend als eine weitere Mitarbeiterin gehen wollte, stellte sie fest, dass zwei Nägel in das Außenschloss für das Rollo eingeschlagen worden waren. Das Schloss war nicht mehr nutzbar und musste ersetzt werden.

Beleidigung/Bedrohung/Pöbelei (04.08.2018)
Am späten Abend stieg eine Gruppe von ca. 7 Personen aus der S-Bahn am Bahnhof Schöneweide und brüllte „Jude, Jude, Jude“. Dies wiederholten sie auch beim Verlassen des Bahnhofes. Die Gruppe überquerte dann die Michael-Brückner-Straße und brüllte auf dem Mittelstreifen „Frei, sozial und national“, woraufhin mehrere Jugendliche lautstark widersprachen. Die Gruppe Neonazis drehte daraufhin um und wollte zu den Jugendlichen, was drei hinzukommende Polizisten verhinderten. Die Neonazis zogen dann in die Brückenstraße und brüllten wiederholt ihre Parolen sowie mehrfach „Nationalsozialismus jetzt!“. Die Neonazis kehrten dann unbehelligt in eine Kneipe in der Brückenstraße ein.

„Es ist mit einem weiterem Anstieg der Vorfälle in diesem Jahr zu rechnen. Neonazis und Rassist_innen scheinen von der gesellschaftlichen Entwicklung beflügelt. Sie versuchen verstärkt den öffentlichen Raum zu besetzen, People of Colour gewaltsam zu vertreiben und die Zivilgesellschaft einzuschüchtern“, schätzt Jeannine Löffler, Koordinatorin des Registers Treptow-Köpenick, ein.

Berlin, den 11.9.2018

Weitere Informationen
www.berliner-register.de/treptow-koepenick

Kontakt
Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick
Telefon: 030/ 65487293
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Pressemitteilung findet ihr hier.

180 Träger positionieren sich gegenüber der AfD

Für Menschenrechte und eine demokratische Kultur

17.07.2018

 

Insgesamt 180 Berliner Träger sozialer Einrichtungen und demokratischer Projekte haben bis zum 15. Juli 2018 eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, mit der sie klar Position gegen (extrem) rechte, rechtspopulistische und menschenverachtende Einstellungen und Organisationen beziehen.

 

Vor einem Monat hatten die vier Initiatoren die Erklärung ins Leben gerufen und veröffentlicht. Gemeinsam wollten die pad gGmbH, Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH, offensiv´91 e.V. und der Verein Fabrik Osloer Straße dem Agendasetting der AfD etwas entgegen setzen. „Wir wollen die Deutungshoheit nicht der AfD überlassen. Wir wollen mit vielen Menschen zusammen für eine solidarische, inklusive Stadtgesellschaft einstehen“, erklärt Andreas Wächter, Geschäftsführer der pad gGmbH. Für dieses Anliegen haben sich nun viele weitere Unterstützer*innen gefunden. Darunter befinden sich Träger der Stadtteil- und Jugendarbeit (u.a. JUP e.V., Berliner Landesverband der deutschen Pfadfinder) genauso wie Beratungsprojekte (u.a. vdk, pro familia), Migrant*innenselbstorganisationen (u.a. TBB Berlin-Brandenburg, transaidency e.V.) und (Dach-)Verbände (u.a. Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin). Die Unterzeichnenden wenden sich gegen die Bemühungen der AfD, mit einer Kultur der Behauptungen und Unterstellungen, Träger, Projekte und zivilgesellschaftliche Bündnisse zu diffamieren und mundtot zu machen. Sorge bereitet ihnen auch die zu beobachtbare Diskursverschiebung nach rechts. Gesellschaftliche Fragestellungen werden allzu oft unter den Bedingungen rechtpopulistischer Stichwortgeber*innen verhandelt. Die Träger werden weiterhin in ihren Einrichtungen und Projekten für eine vielfältige und weltoffene Stadtgesellschaft einstehen und jenen Gehör verschaffen, die von Ressentiments, Vorurteilen und rechter Gewalt betroffen sind. 

 

Die vollständige Erklärung findet ihr hier!

Ein antifaschistischer Sommer-Samstag in Treptow-Köpenick

Anlässlich des NPD Sommerfestes am Samstag ruft das Bündnis für Demokratie und Toleranz engagierte Bürger_innen auf, sich an unterschiedlichen Aktionen zu beteiligen
 
01.08.2018

 

Am Samstag, den vierten August, ruft das Bündnis für Demokratie und Toleranz gleich zu einem ganzen Aktionstag gegen rechte Hetze auf. Grund dafür ist das alljährlich stattfindende Sommerfest der Neonazipartei NPD in der Seelenbinderstraße 63. Geplant ist ab 11 Uhr eine Auftaktkundgebung auf dem Mandrellaplatz mit verschiedenen Redebeiträgen. Anschließend wird es einen „Putzspaziergang gegen Neonazipropaganda in Schöneweide“ geben, der von einer engagierten Bürgerin initiiert wurde. Zum Ausklang lädt das Bündnisin den Garten der Villa Offensiv ein. Dort stellen verschiedene antifaschistische Initiativen des Bezirkes ihre Aktivitäten und Beteiligungsmöglichkeiten vor. Alle Bürger_innen, die nicht zulassen möchten, dass in ihrem Bezirk eine verfassungsfeindliche und rassistischePartei ein Sommerfest veranstaltet, sind herzlich eingeladen sich bei den Aktionen zu beteiligen.

 

Auch dieses Jahr werden in der Bundeszentrale der NPD wieder einschlägige Rechtsrock-Musiker erwartet, wie die Liedermacher „FreilichFrei“ und die „Hermunduren“. Der Liedermacher von „FreilichFrei“ war bereits 2015 in die Schlagzeilen geraten, da er mit seinem Lied „Erhabener Kampf. Mein Volk hasst unsere Freiheit“ die NSU-Mitglieder verherrlichte. Die Bundesparteizentrale der NPD existiert bereits seit 18 Jahren in der Nähe des S-Bahnhofs Köpenick. Seit ihrer Existenz hatten sich rassistische Übergriffe im Bezirk wieder gehäuft.

 

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz, das sich aus Protest und als Gegenpol im Jahr 2000 gründete, ruft dazu auf, die geplanten Aktionen am Samstag zu unterstützen. Der Sprecher des Bündisses, Lars Düsterhöft, freut sich über eine rege Teilnahme: „Wir lassen nicht zu, dass Rassist_innen einen schönen Sommertag nutzen, um ihre menschenfeindlichen Parolen zu verbreiten. Daher freuen wir uns über eine rege Beteiligung der Anwohner_innen hier im Bezirk.“

 

Bündnis für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick (Lars Düsterhöft und Karin Kant)
 
Mehr Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter: http://demokratie-tk.de/pages/de/start.php
 
Den Link zur Pressemitteilung finden Sie hier!

Für Menschenrechte und eine demokratische Kultur - Erklärung Berliner Träger aus dem sozialen Bereich

14.06.2018

 

Am 14. Juni 2018 wurde die "Erklärung Berliner Träger aus dem sozialen Bereich" auf einer Pressekonferenz veröffentlicht. Initiiert wurde die Aktion gemeinsam von Pad gemeinnützige Gmbh (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf), Pfefferwerk Stadtkultur (Mitte), Fabrik Osloer Strasse e.V. (Pankow) und Offensiv '91 (Treptow-Köpenick). Fast 60 Träger sozialer Einrichtungen und demokratischer Projekte aus ganz Berlin haben sich als Mitunterzeichner angeschlossen und "beziehen klar Position: gegen (extrem) rechte, rechtspopulistische und menschenverachtende Einstellungen". Damit wehren sich die Träger gegen gezielte Attacken auf ihre Arbeit: "Mit einer Kultur der Behauptungen und Unterstellungen versucht die AfD, Träger, Projekte und zivilgesellschaftliche Bündnisse zu diffamieren und mundtot zu machen." Wir stehen voll und ganz hinter der Erklärung und freuen uns über diese sehr klare Stellungnahme!

Erklärung Berliner Träger aus dem sozialen Bereich

gefördert durch

BMFSFJ Logo.svgbilder gesellschaft 3 2logo demokratie leben 1024

Logo Bezirksamt T K

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.